Der Autor
Ich bin wenigen als Autor von Büchern bekannt. Der Grund für dieses Verstecken einer ganzen, prägenden Persönlichkeitsseite wurde früh in meiner Kindheit gelegt. In meinem Elternhau und in meiner Umgebung war nie ein Platz für ein Kind, das fantasiebegabt und zurückgezogen war. Meine Mutter drängte mich ins Pragmatische und mein Vater versuchte aus mir einen Sportler zu machen. Ich hatte viele Freunde, im eher einfachen Milieu meiner Herkunft, die für sensiblere Naturen nicht offen waren. Also gewöhnte ich es mir an, mich zu verstecken. Die erste Liebe überwältigte mich mit Sinnlichkeit und Begehren, aber das Mädchen war völlig unempfänglich für die stillen Seiten meiner Person. Wegen ihr brach ich die Schule ab und verdingte mich als Polizist, wo nun erst recht alles verpönt war, was mein Innerster ausmachte. Ich hatte aber nun das Geld, jedes Wochenende mit dem Zug nach Schleswig zu fahren, wo meine große erste Liebe wohnte. Natürlich endete mein Polizeiabenteuer in der Katastrophe. Ich passte nicht in dieser Struktur. Nach dem Ende der Polizeilaufbahn fand ich zwar "intellektuellere" Freunde und bewegte mich auf geistigeren Bahnen, aber ich musste erst mal das Abitur nachmachen und das Studium der Literaturwissenschaften brachte mich eher ab von dem, was ich im Innern immer war und liebte. Ich wechselte die Studienrichtungen und beschäftigte mich dann mit Philosophie. Ich entdeckte aber, dass alles, was ich liebte, allen anderen fremd war, dass es aber vorgeformt in mir lag. Ich lebte und liebte nur Autoren eines untergegangenen Jahrhunderts. Ob es nun bei den Philosophen Schopenhauer, Kant oder Nietzsche waren oder bei den Autoren ETA Hoffmann, Edgar Allen Poe, Gustav Meyrink, Huysmanns, Ernst Jünger. Ich liebte dort, also blieb ich dort, in dieser für mich "guten" Gesellschaft. Dazu kam meine Liebe zur Geschichte. Ich las und las, bis ich einen guten Überblick hatte, über Völker und deren Werdegang. Immer aber entwickelte ich nur eigene Sichtweisen. Ich war und bin geistig unangepasst und es kommt mir so vor, als sei das etwas, das ich schon in mehreren Leben in mir trug, denn ich war mir immer klar darüber, dass ich nicht das erste Mal auf der Erde war und dass ich letztlich eine Art "Ehrenrunde" drehe, weil ich bestimmte innere Merkmale mit mir trug, die verhinderten, dass ich wirklich gehen konnte. Dazu gehörte ein flammender Stolz und Ehrgeiz, der mich inzwischen verlassen hat. Wie selbstverständlich ging ich davon aus, dass mein "Stern" irgendwann am Himmel der Literatur? leuchten würde. Was gab mir Anlass, solches zu denken? Ich hatte keinen Grund außer einer tiefen, inneren Gewissheit, die zweifellos aus einer Erfahrung stammte, die ich in Rückführungen nacherlebte. Ich "sah" mich, in meiner Stadtwohnung, am Fenster, verlassen von allen, die ich liebte, einsam auf eine Großstadtstraße hinab sehen, wohlhabend, aber völlig alleine. Dann wieder sah ich mich einen Berg hinauf steigen im Schnee, auf dem einsamen Weg zu einer Hütte, in der ich wohnte. Eine Liebe im Herzen, die nicht erwidert wurde. Bilder, die sich auch in dem, was ich schrieb fanden. Wer oder was war ich? Sicher kein Kind dieses Jahrhunderts, dem ich fremd blieb und das mich abstieß. Ich hatte in Syntax und Stil immer eine eigene, unmoderne Art und Weise, die so individuell war, wie alles, was ich schuf. Schwarze Romantik, Themen des 19 Jahrhunderts. Eines wurde mir aber klar, egal, was dem allem zugrunde lag, alles, was Menschen sind oder tun ist bereits in ihnen angelegt und jedem begegnet nur, was er bereits mit sich trägt. Swedenborg, der christliche Seher, gab mir eine Erklärung, die ich innerlich nachvollziehen konnte, intellektuell und emotional. Wir treffen nur die Menschen, die mit uns in der gleichen "Liebe" verbunden sind. Liebe meint hier wohl die Richtung des Wollens. Ich wurde mit den Jahren immer christlicher. Auch in meinem Glauben eigenwillig und nur an Jesu Worten interessiert, der in mir anwesend ist, wie er selber gesagt hat "dann werden mein Vater und ich Wohnung in dir nehmen." Ich habe zunehmend verstanden, was Jesus wirklich gesagt hat. Er beschrieb eine Wirklichkeit und einen Weg. Mir wurde völlig klar, dass wir letztlich dazu aufgerufen sind, diesem Weg zu folgen, der uns, wenn wir abweichen, zwingt, alles noch einmal zu beginnen. Wiedergeburt um Wiedergeburt und wenn man das Trennende erkennt, weiß man den Grund, warum man immer noch da ist und das große CHAOS dieses Lebens wiederholen muss. Denn in all seiner Sinnlosigkeit und Hoffnungslosigkeit ist dieses Dasein LEER. Es ist leer und das zu erkennen, die Tatsache, dass man, egal was, immer schon einmal gemacht hat, dass es immer ein Wunsch nach Lust und Kitzel ist, der antreibt, der leer versandet und der Langeweile weicht, dass alle Hoffnung und alle in Technik geronnene Rettungsfantasie immer nur zur Perpetuierung des Gleichen führen müssen, ist ein Anzeichen dafür, dass man auf dem Weg darüber hinaus ist: "in der Welt habt ihr Drangsal, aber seid getrost: ICH HABE DIE WELT ÜBERWUNDEN. Was bedeutet das? Die Buddhisten sagen: "Hast Du eine Welt gewonnen, geh vorüber, es ist nichts, hats du eine Welt verloren, geh vorüber, es ist nichts."
So habe ich mich auf einem Weg befunden, auf dem ich anderen begegnete, denen ich mit Liebe und Respekt begegnete und deren Schicksale ich mit mir trug und ich habe versucht, die Rollen, die mir zukamen, so gut und aufrichtig, wie es mir möglich war, auszufüllen. Ich liebte und liebe viel, aber meine Bindungen sind schwach, weil alles vorüber zieht. Es gibt keinen Grund zur Furcht oder zum Triumph. Wie die Mandalas der buddhist9ischen Mönche sind es Muster, die man zeichnet, die man anschließend wegpustet, als sei  aller Aufwand nichts gewesen.